Möchtest du dich zusammen um den Bibliotheksbetrieb kümmern und Lotte als kämpferisches und solidarisches Projekt weiter entwickeln?


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Was für ein schönes Buch, das mich ausserdem inhaltlich gleich weiter recherchieren lässt, so sehr macht es Lust darauf mehr zu wissen über den «Weissen Terror» in Taiwan und deren Aufarbeitung.



In diesem Band erleben wir nach der Freilassung Kun- lins sein Ankommen im Leben in seiner Herkunftsstadt Taichung, seine Wiederbegegnung mit Kimiko, seiner Jugendliebe, sowie seinen beruflichen Werdegang im Verlagswesen, der Literatur, seinen Ideenreichtum und immer wieder die Rückschläge und Schicksalsschläge, forciert durch die Militärregierung und die damit verbundene Zensur. Wie er aus all diesen Schwierigkeiten einen Weg findet, das werden wir im vierten und letzten Band erfahren, der noch in diesem Jahr erscheinen soll.


Nun ist er endlich da der zweite Band der vierteiligen Grahic Novel aus Taiwan. Kurze Rückblende, was im ersten Band geschah: Tsai Kun- Lin, geboren in eine taiwanische Familie im Jahr 1930, zu diesem Zeitpunkt war Taiwan schon über 30 Jahre japanische Kolonie, überlebt im Alter von 5 Jahren ein schweres Erdbeben, das einen Grossteil der Insel und das Haus der Familie Tsai zerstört. Einige Jahre später macht auch der 2. Weltkrieg nicht halt vor der Insel, die immer wieder Schauplatz der imperialistischen Mächte wurde. Wieder ergreift ein fremdes Regime die Macht auf der Insel.





Das Buch ist da! Schon die Ankündigung versprach Gutes, doch es nun in den Händen zu halten, einen Blick drauf, einen weiteren rein zu werfen, lässt mich staunen. Was für ein SCHÖNES Buch! Die Gestaltung sowohl von Cover als auch der Seiten, der Kapitel- ich bin baff. Grossartig!

Peter Metz Roman befasst sich auf sehr eindrückliche Weise mit den Ereignissen um den Tod des 23-jährigen Hannes Kaliszko, welcher am 17. Juli 1974 von einem Polizisten getötet wurde.
Der Roman setzt sich auf sehr feinfühlige und prägnante Weise mit der Position der betroffenen Familie auseinander und zeigt auf, wie von staatlicher Seite eine Schuldumkehr lanciert wird. Dahingehend gelingt dem Autor durch die asynchrone Erzählweise ein pointierter Einblick in die Lebensrealitäten und sozialen Zustände, sowie der gesellschaftliche Stimmung des Mannheim in den 1970ern und ermöglicht die Einbettung der Geschichte des betroffenen Hannes Kaliszko und dessen Familie, Freund*innen und Kolleg*innen in den gesellschaftspolitischen Gesamtkontext. Dabei schafft es der Autor nah am Geschehen und den Menschen zu sein ohne dabei voyeuristisch zu wirken.
Ich wusste es schon, bevor ich das Buch angefangen habe zu lesen: es ist der 1. Band einer vierteiligen Serie, Band 2 und 3 sollen im Herbst 2023 erscheinen, Band 4 im Jahr 2024. Und doch bin ich wieder «reingefallen»- natürlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Es ist wie eine Serie, die mensch nicht zu Ende schauen kann. Die Spannung bleibt. So muss ich mich also gedulden, bis die nächsten Bände erscheinen. Schwierig…

Selasi erzählt die Familiengeschichte der Sais, einer nigerianisch – ghanaischen Familie, die in den USA lebt. Durch eine Ungerechtigkeit und Scham wird sie auseinander gerissen, über den Erdball verteilt und erst durch den Tod des Vater, viele Jahre später, wieder zusammen gebracht. Die zerrissenen Strukturen, die die Familie über lange Zeit geprägt haben, kommen ans Licht und die Frage ist, ob Heilung möglich ist.






Die letzte Seite ist fertig gelesen, auch die Acknowledgements, das Buch ist durch, und nun? Es sind da diese Gedanken um die Ich- Erzählerin Nahr, um Bilal, um deren Familien und das Land. Es bleibt erst einmal die Ruhe und dann all diese Fragen.
Abulhawa erzählt die Geschichte von Nahr, einer jungen Palästinenserin, die in Kuwait aufwächst, fliehen muss, sich Stück für Stück radikalisiert, nach Palästina zurückkehrt, im Widerstand („oder was Israel Terrorismus nennt“) kämpft und schliesslich in einem Gefängnis in Israel landet, wo sie ihre Erinnerungen aufschreibt.
Das Buch wurde vom supporto legale herausgegeben, einer Art „Roten Hilfe“, die sich 2004 in Genua gegründet hat. Die Idee ist, dass die betroffenen Menschen, die am G8 in Genua 2001 aktiv waren, nicht alleine gelassen werden und sie Unterstützung auf rechtlicher, finanzieller und sozialer Ebene erhalten. Schon 2006 gab es eine erste Edition: „GEvsG8“, ein Comicband, der schon eine erste Aufarbeitung des G8- Gipfels darstellte.

Als Aidan zur Welt kam, dachten seine Eltern er sei ein Mädchen, gaben ihm einen Mädchennamen, ein Zimmer das wie ein Mädchenzimmer aussah und zogen ihm Kleider an, die andere Mädchen gerne trugen. Aber Aidan ist kein Mädchen. Auch keines der „eigenwilligen“ Mädchen, die auch keine Kleider anzogen und gerne im Dreck spielten. Aidan ist ein Junge, das weiss er genau und zum Glück unterstützen ihn seine Eltern seine Geschlechtsidentität so zu leben wie er es fühlt.

Das Buch „The Shadow King“ der äthiopischen Schriftstellerin Maaza Mengiste widmet sich einem der vielen unbeachteten Momente der Geschichte und gibt uns die Möglichkeit unsere eurozentristische Perspektive mittels einer postkolonialen und feministischen Erzählung zu erweitern.
Das Buch spielt 1935 in Äthiopien und setzt sich mit dem Widerstandskampf gegen den italienischen Faschismus und Kolonialismus sowie der Rolle der Frauen darin auseinander. Dabei ist es Maaza Mengiste ein Anliegen sichtbar zu machen, dass und wie der Widerstandskampf von Frauen mitgetragen wurde – Ein Fakt der in der geläufigen historischen Erzählung verschwiegen und unsichtbar gemacht wird.
All die weltpolitischen Ereignisse der letzten fast 600 Jahre werden benannt und in Zusammenhang gebracht – ausgehend von der Covid Pandemie, Black Lives Matter, der sogenannten Migrationskrise, Militarismus, vor allem aber die Dynamiken der Klimakrise. Als Ursache für ebendiese sieht Ghosh die jahrhundertealte geopolitische Weltordnung, die durch den westlichen Kolonialismus konstruiert wurde. So zeichnet Ghosh anhand der Muskatnuss eine Parabel für heutige Kriege und die Machtstrukturen der heutigen Welt.

Auf dem Nachhauseweg trifft Julian zusammen mit seiner Oma auf Meerjungfrauen. Julian ist begeistert. Er liebt Meerjungfrauen und wäre am liebsten selber eine. Zuhause setzt er seine Idee in Tat um und wird zur Meerjungfrau, als plötzlich die Oma ins Zimmer kommt… Doch die reagiert ganz cool und macht Julian ein wunderbares Geschenk.


Wer ist Lydia? Dieses schöne, in zwei ausgewählten Farben gehaltene Kinderbuch erzählt die Geschichte von Lydia Koidula. Hierzulande wohl eher unbekannt ist Lydia in Estland, woher das Buch stammt, wohlbekannt und geliebt und noch immer werden ihre Lieder gesungen. So erzählt Kätlin Kaldmaa die Geschichte der aufgeweckten Lydia, wie sie zur Feder kam und für das Recht auf Selbstbestimmung kämpfte – wunderschön illustriert von Jaan Rõõmus. Doch nicht nur die Geschichte Lydias findet Platz in diesem Buch, sondern auch die bewegte Geschichte Estlands.


«Yaar Arjun, think of where we`ve fallen when we start talking of good masters and bad masters. What are we? Dogs? Sheep? There are no good masters and bad masters, Arjun – in a way the better the master, the worse the condition of the slave, because it makes him forget what he is …» Ich möchte die Rezension mit diesem Zitat beginnen. Es steht sinnbildlich für so Vieles, was in diesem Buch zwischen den Zeilen und manchmal ganz deutlich geschrieben steht. Aber ich fange mal vorne an. Um was geht es in diesem Buch?

«die dinge, die ich denke während ich höflich lächle» ist die Geschichte der langsamen Zersetzung einer Ehe, sowie der Konsequenzen für Freund*innen, Kinder und nahe Verwandte. Es ist eine Geschichte über Liebe, über Trennungen und über Beziehungen, über Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, zwischen Liebenden, zwischen Freund*innen.



(…) Rund 4000 Einwander:innen aus überwiegend afrikanischen Ländern helfen in Rosarno oftmals illegal bei der Obst- und Gemüseernte. Sie wohnen in Zeltstädten und in einem alten, leerstehenden Fabrikgebäude vor der Stadt. Dort gibt es weder Matratzen, fließend Wasser, Strom oder eine Heizung – nur acht Chemietoiletten und drei Duschen stehen tausend Menschen zur Verfügung. Doch weil sich die meisten illegal im Land aufhalten, akzeptieren sie nicht nur diese unmenschlichen Lebensbedingungen, sondern auch den Hungerlohn, den sie für ihre Arbeit erhalten.

Das Autor*innenkollektiv Wu Ming widmet sich in diesem Roman einer alternativen Erzählweise zur französischen Revolution, die sich unter anderem der Perspektive des gemeinen Volkes und von Frauen widmet. Der Roman ist mit seinen unterschiedlichen Handlungssträngen dabei sehr vielschichtig und schafft es ein anschauliches und tiefgreifendes Bild dieser Zeit zu schaffen.

Jan Bachmann erzählt in diesem kurzweiligen Comic die Geschichte des jungen deutschen Erich Mühsam, Anarchist und Poet, mit Auszügen aus seinen Tagebüchern. Die einzelnen Episoden sind dabei ideenreich und unterhaltsam illustriert – die lesende oder vielmehr auch betrachtende Person taucht ein in die Welt des Erich Mühsam, der von Geldsorgen geplagt ist und in den 1910er Jahren aus Gesundheitsgründen in die Schweiz ins Sanatorium muss. Ungläubig, weshalb ausgerechnet er nicht erfolgreich ist mit seiner Poesie. Dabei ist seine wahnwitzige Selbstüberschätzung kaum zu übertreffen – offensichtlich in Kombination mit der freundlichen Selbstironie für Bachmann die ideale Comicfigur, wie dieser am Ende des Buches so schön erklärt.

Dieses Werk lässt eine:n erst einmal sprachlos zurück, wenn die letzten Seiten umgeschlagen und die Danksagungen von Linebaugh und Rediker zu Ende sind. Die beiden widmen sich auf diesen dichten, fast 400 Seiten der Geschichte der atlantischen Kolonisation und mehr noch den Widerständen dagegen. Im Mittelpunkt steht das britische Empire, von dem ausgehend die Kolonisation und der Aufstieg des frühen Kapitalismus forciert wurde. Dieses Buch behandelt in diesem zeitlichen Rahmen (frühes 17. Jh. bis zum beginnenden 19. Jh.) aber vor allem die Geschichte(n) der Enteigneten Europas, Afrikas und der Amerikas, der verschleppten, afrikanischen, versklavten Menschen, des städtischen, europäischen Proletariats, sowie der Natives in den Amerikas.

Wandern, Reisen und Geschichte(n) (vor)lesen. Eine wunderbare Kombination. Schon lange wollte ich dieses Buch packen und mich damit im Piemont auf den Weg machen. Geschichten lesen, Geschichte lernen, mich dazu bewegen und vor Ort sein, an Orten sein, wo widerständige Geschichte gemacht wurde.

Tommy Orange erzählt in diesem schnelllebigen und spannenden Roman in einprägsamen Bildern über die gesellschaftlichen Bedingungen und Zustände der Native American-Community, der die*der Autor*in sich selbst als zugehörig beschreibt. Anhand von zwölf Protagonist*innen verdeutlicht Tommy Orange die biographische Herausforderungen von Native Americans über drei Generationen die geprägt sind von Ausschluss, Diskriminierung und Unterdrückung in einer weissen Mehrheitsgesellschaft. Die Protagonist*innen sind über diverse und z.T. absurde Handlungsstränge miteinander verbunden, die die*der Autor*in über den Roman immer mehr verknüpft und zu einem tragischen wie fulminanten Höhepunkt des Buches führt.

Der Beschrieb auf der Rückseite des Buches sagt schon fast alles: «Zehn lesbische Frauen erzählen in kurze Episoden über ihr Begehren, ihr Comic-out, das Verliebtsein oder die ersten sexuellen Erfahrungen.»

Amüsante Lektüre, die Technikgeschichte mit Politik vereint. Besonders erheitert hat mich, dass das Thema „Schweiz und Kampfflugzeuge“ seit dem Beginn vor über hundert Jahren ein Garant für irgendwelche Mauscheleien und daraus entstehende Skandale zu sein scheint.

Heute haben wir die 27. Rezension für euch. 1 Jahr mit spannenden Büchern und Rezensionen liegen hinter uns. Wir hoffen, wir konnten euch Lust auf das ein oder andere Buch machen.
Für die Jubiläumsausgabe gibt es heute eine ausführlichere Rezension, viel Spass beim Lesen!

Illustriert von Clara Reschke
Anna hat eine Familie: diese besteht aus Eli, Lia, Ed und Betty – vier Menschen zu denen sich Anna eng verbunden fühlt, die sie liebt und mit denen sie gemeinsam durch die Welt geht. Im Buch «Welche Farbe hat die Liebe?» begleiten wir Anna und ihre Familie ein Stück in ihrer nicht-monogamen Beziehungswelt.
Dieses Buch ist allen weissen Menschen sehr zu empfehlen. Auch jenen die beim Lesen des Buchtitels denken: «Rassimus gibt es nur bei der SVP und anderen rechten Parteien, was geht das mich an?!». Tupoka Ogette, sie bezeichnet sich selbst als Schwarze Deutsche, richtet in dem Buch den Blick vor allem auf Deutschland. Allerdings trifft vieles davon auch für die Schweiz zu. Die Autorin beschreibt die Entstehungsgeschichte des Rassimus und erklärt die fast unsichtbaren rassistischen Strukturen, mit denen wir aufwachsen und die unser Denken und Handeln bestimmen.

Die Originalausgabe dieses Romans von Nanni Balestrini erschien 1989 unter dem Titel „L‘editore“, er verarbeitet darin die Geschichte um den Tod von Giangiacomo Feltrinelli. Feltrinelli, Gründer des gleichnamigen Verlages, wurde im März 1972 tot aufgefunden, unter einem Strommast auf einem Feld bei Segrate, am Stadtrand von Mailand. Er starb durch die Explosion einer Bombe, angebracht an eben diesem Strommast. Die genauen Umstände seines Todes wurden nie aufgeklärt.

Der Titel des von Ronen Steinke verfassten Buches gibt ziemlich genau zusammengefasst wider womit sich die*der Autor*in im Buch befasst. Die Allgegenwärtigkeit von Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft, sowie die Ignoranz dessen durch Politik und Justiz. Und vor allem Eines: Jüdisches Leben ist nicht möglich ohne das Gefühl permanenter Bedrohung. Die*der Autor*in verdeutlicht dies anhand der Lebensrealität jüdischer Menschen und jüdischem Lebens, das geprägt ist von Einschränkungen, Bedrohung, Rückzug und Resignation. Dabei stellt die*der Autor*in dem allzu geläufigen Bild des Opfers, dass Bild von jüdischen Menschen entgegen, die sich mit diesen Gegebenheiten nicht abfinden wollen, sondern diese immer wieder hinterfragen.

Das Buch ist dieses Jahr erschienen und gibt es sogar auf deutsch. In der Lotte haben wir die us- amerikanische Originalausgabe. Trotz englischer Sprache im Buch schreibe ich die Rezension auf deutsch. Concrete Rose- nicht dass ich eine Ahnung hatte, worauf sich der Titel bezieht. OK, wenn ich nur ein bisschen darüber nachgedacht hätte, wäre ich vielleicht selbst drauf gekommen. Aber schon bei der Widmung zu Beginn des Buches wird dieses Geheimnis gelüftet: For all the roses growing in concrete. Keep blossoming. (Für all die Rosen, die in Beton wachsen. Erblüht weiter.)

Wie lässt sich über dieses Werk eine Rezension schreiben? Traue ich es mir zu, eine Meinung über ein so dichtes Buch zu schreiben, das die Habilitation von Patricia Purtschert darstellt und dem P. viele Jahre des eigenen Lebens gewidmet hat? Ich versuche es und schicke voraus, dass ich mich bisher zwar mit Kolonialgeschichte und den Bezügen der Schweiz dazu, jedoch nicht mit postkolonialen Theorien beschäftigt habe.

Ein kleines Dorf in den Marken (Italien) anfangs des 20. Jahrhunderts bildet die Grundlage des Romans „Ein Tag wird kommen“. Der Landstrich war bekannt für Armut und seine mittellose ländliche Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund entspinnt Guilia Caminito die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Brüder, sowie deren Schwester, auf ihrem Weg zu Emanzipation von Familie und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Einen Roman, der in einem Jugendgefängnis spielt, gibt es nicht allzu häufig. Der dazu auch noch angepriesen wird, sich auch kritisch mit dem Thema Knast auseinander zu setzen, noch viel seltener. Deshalb war ich schnell überzeugt, das Buch zu lesen.

„Das Problem ist nicht das Polizei Training, Polizei Diversität oder die Methoden. Das Problem ist die dramatische und noch nie dagewesene Expansion und Intensität des „Policing“ der letzten 40 Jahre, ein fundamentaler Wandel der Rolle der Polizei in der Gesellschaft. Das Problem ist „Policing“ an sich.“

Eine Geschichte vom individuellen und kollektiven Vergessen – so könnte mensch Fang Fangs Roman „Weiches Begräbnis“ kurz zusammenfassen. Doch um welches Vergessen geht es hier? Die*r Autor*in widmet sich in dem Roman einem Kapitel der chinesischen Geschichte, welches aktiv aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt wurde und wird – der sogenannten „Bodenreform“ von 1949-1952.

Als 2011 die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« NSU aufflog wurde vielen wieder schmerzlich bewusst wie bedrohlich und gefährlich Rechter Terror für alle Menschen ist, die nicht in das rassistische und nationalsozialistische Weltbild der Nazis passen. Die Bilanz des NSU: 10 Morde, 3 Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle in den Jahren 1998 bis 2011.

Ein fulminanter Roman. Nach dem ersten Viertel hat es mich so reingezogen, dass ich einen ganzen Sonntag lesend auf dem Sofa verbrachte, bis das Buch (leider..) zu Ende war. Hengameh Yaghoobifarah ist ein sehr spannender, gesellschaftskritischer, zwischendurch sehr trauriger und trotzdem Mut machender Roman gelungen. Nas, die als Türsteher*in in einer queeren Bar in Berlin arbeitet, verliert ihre* Schwester Nushin und kümmert sich fortan um deren pubertäre Tocher.

Soeben fertig gelesen, vorgestern angefangen und verschlungen. Das Buch von Inna ist ein wunderbar einfach zu lesender Einstieg in das Thema Polyamorie. Dabei beleuchtet Inna als non- binäre, queere Person unterschiedliche Aspekte der Polyamorie wie Abmachungen, Eifersucht, Kind, mental health und viele andere. Durch die knapp 140 Seiten bin ich förmlich geflogen.

In diesem Debutroman von hafsa zayyan begleiten wir zwei Generationen einer Familie durch turbulente Zeiten. Der Roman ist in unterschiedlichen Dekaden und auf verschiedenen Kontinenten zuhause – und springt, mithilfe von verschiedenen Erzählformen, zwischen diesen Realitäten.

Dieses Buch ist Liebe (platter Satz, aber so fühlt es sich für mich an!). Danke Kübra Gümüşay, dass Sie diese Worte niedergeschrieben, dieses Buch und die Inhalte so wunderbar formuliert haben. Ich bin sprachlos.

Der* Autor*in ist ein sehr beeindruckendes Buch gelungen. In seiner Sprache schafft der Roman es, eintauchen in das Lebensgefühl eines Menschen der zerrissen ist zwischen Lebenswelten in Europa und der Heimat des Vaters in den kurdischen Gebieten von Syrien, in die die Protagonist*in jeden Sommer in ihrer Kindheit reist. In das Dorf der Grossmutter, mit all den Sehnsuchtsorten, -gefühlen und -menschen, sowie der Geschichte von Unterdrückung und Vertreibung der êzîdîschen Bevölkerung, zu denen sich die Protagonist*in nie richtig zugehörig gefühlt hat – oder eben gerade doch.

Sogenannte „soziale Randgruppen“ sind immer wieder und aktuell wieder verstärkt im Fokus rechts-/liberaler Politik und Meinungsbildung. Dem entgegen ist das Buch ein bereichernder Beitrag der Bewusst-Werdung und Bewusst-Erhaltung wie Ausgrenzung und Marginalisierung im Sozial- und Gesundheitssystem zu gravierenden Auswirkungen für die als „asozial“ gelabelten Menschen führt.

Diese Woche bekommst Du gleich drei Rezensionen. Ein Buch – drei verschiedene Stimmen dazu. Um Dir danach auch selber eine Meinung zu bilden, komm in der Lotte vorbei und leih es aus.

Der Band gibt einen umfassenden Einblick in den aktuellen Diskussionsstand um Polyamory und Nichtmonogamie. Dabei geht es den Herausgeber*innen nicht um ein objektives von außen Beschreibendes sondern vor allem um eine Innenperspektive. Dementsprechend kommen vor allem persönliche Erfahrungen zu Wort und verknüpfen sich mit theoretischen Überlegungen.

Wow, wie geil ist das denn! Die Autorin Noah Sow thematisiert in dem Buch „Die schwarze Madonna“ strukturellen Rassimus in der Gesellschaft, Fremdenfeindlichkeit, Black Empowerment, white fragility, korrupte Vetternwirtschaft in der Politik und Kirche, Alltagsrassimus, transkulturelle Adoption und dies alles in einen spannenden Krimi gepackt!

Wie schön kann ein Satz sein. Wie gross die Freude über die Aneinanderreihung von bestimmten Wörtern. Bei diesem Buch von Dorothee Elmiger war es mal wieder so, dass ich dachte: JA!!! Wie gut!!!

Die Streitschrift richtet sich gegen die allseits der Gesellschaft geforderte Integration in die Mehrheitsgesellschaft und zwar all jener Menschen die bewußt aus dieser Dominanzkultur ausgeschlossen werden. Die*der Autor*in fokussiert dabei auf die Erfahrungen und Anforderungen die an jüdische Menschen gestellt werden.

Was für ein fulminantes Romandebüt. Ich habe wirklich seit langem nicht mehr so schnell ein Buch gelesen. Wer auf Spannung, Action und Atemlosigkeit steht hat mit diesem Buch einen guten Griff gemacht. Ist das sonst nicht das Genre was mich anspricht weil es sich oft eindimensional und stereotyp von den Figuren wie Handlungen her liest hat die* Autor*in hier sehr fein seziert und zusammengesetzt.

Intersectionality, the concept of the intersection between race, gender and class has its origin in black feminism, and is by now not only a widely accepted term for diversity discourse far beyond black feminism, but became like a hurdle to pass to count as a „good“ feminism.

Litauen, dieses kleine Land an der Ostsee, in den 40er Jahren Spielball der grossen Mächte um sie herum. Viele Menschen wurden von dort nach Sibieren in Arbeitslager verschleppt. So erging es auch dem Vater der einen Autorin. Ein schwieriger Teil litauischer Geschichte der hier einen Platz bekommt.

Und dann ist das Buch zu Ende. Es hat zuletzt noch eine Wendung genommen, die so ganz und gar nicht absehbar war. Die letzte Seite ist fertig gelesen und was ist mit den Figuren? Die Personen, die Dich zuletzt begleitet haben – nun geht Dein Alltag ohne sie weiter.
Aktueller Standort:
Die Lotte ist bis auf weiteres nicht mehr an einem öffentlichen Ort. Falls du ein Buch ausleihen oder zurückgeben möchtest, melde dich per Mail bei uns.